Stellungnahme zum Regionalplanentwurf OWL 2021

Am Bolldammbach Enger

Zukunftsfest und enkeltauglich?

Sehr geehrte Damen und Herren, 

bitte beziehen Sie folgende Anregungen in die Gestaltung des Regionalplanentwurfes OWL 2020 mit ein.

Frist:

Die für die Abgabe einer Stellungnahme zum Regionalplanentwurf zugestandene Frist bis zum 31.03.2021 ist wegen des Umfangs, der Komplexität und der eingeschränkten Möglichkeiten zum Austausch nicht ausreichend und sollte verlängert werden.

Nationalpark Senne:

Eine Ausweisung der Senne als zukünftigen Nationalpark wünschen wir ausdrücklich. Ein Nationalpark erhöht neben dem Natur- auch den Freizeitwert und die Bekanntheit einer Region; dies ist besonders wichtig im Hinblick auf den schon spürbaren und zukünftigen Fachkräftemangel in OWL.

Flächenausweisungen Stadtgebiet Enger:

Die für die Stadt Enger vorgeschlagenen allgemeinen Siedlungsbereiche sind aus -im Kreisvergleich- relativ starken Bevölkerungszuwächsen (Modellrechnung) und den in der Vergangenheit genutzten, großen Baulandflächen errechnet. 

Sie sind deshalb überdimensioniert und bedeuten eine mögliche Versiegelung von Freiflächen, die in diesem Maße zukünftigen Belangen (Klimaerhitzung, Extensivierung der Landwirtschaft) nicht gerecht wird. Die Flächenverbräuche der Großelterngeneration sind für die nächsten Generationen nicht mehr fortführbar.

ASB- Ausweisungen zur „Arrondierung“ lösen wegen der starken Zersiedelung in der Vergangenheit sofort neue Arrondierungslinien zur jeweils umliegenden Bebauung aus. Sie sind deshalb unserer Meinung nach nicht sachgerecht.

Zeichnerische ASB-Darstellung im Regionalplan

 ASB Belke-Steinbeck- Am Dresch  (E 1)

(Benennung lt. Umweltbericht Anhang C.3 Entwurf Regionalplan: HF_ASB_013 20,6 ha)

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Enger wünscht, die ASB-Ausweisung in der bisher vorhandenen Fläche (14,1 ha) zu belassen und nicht 6,7 ha zusätzlich auszuweisen.

Begründung: 

Laut Landesentwicklungsplan NRW hat die Festlegung von Siedlungsbereichen  bedarfsgerecht zu erfolgen. Derzeit sind im Ortsteil bereits ca 12 ha Fläche als Bauland ausgewiesen und unbebaut. 

Eine Arrondierung an dieser Stelle löst wegen der starken Zersiedelung des Ortsteiles sofort neue Arrondierungslinien zur umliegenden Bebauung aus. 

Es scheint nicht sachgerecht, dass laut Umweltbericht Anhang C3 schutzwürdige/klimarelevante Böden auf der Fläche nicht vorhanden sein sollen, da für alle anderen Flächen im Stadtgebiet jeweils eine hohe, bzw. höchste Funktionserfüllung ausgewiesen wurde.

ASB Ortskern Enger-Belker Feld   (E2 und E3)

(Benennung lt. Umweltbericht Anhang C.3 Entwurf Regionalplan: HF_Eng_ASB_015, ca. 19,2 ha ASB)

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Enger begrüßt grundsätzlich die Darstellung des ASB im Regionalplan nördlich der Hiddenhauser Str. im Kernbereich von Enger als Erweiterungspotential für das vorhandene Gewerbegebiet. 

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Enger wünscht jedoch eine Verschiebung der östlichen Grenze auf die Linie zwischen Poggenweg und Schlößchenweg, was einer Verringerung der Fläche um 1,2 ha entspricht. 

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen wünscht eine Ausweisung der Fläche östlich dieser Linie bis zur L557 ist als BSN.

Begründung

Erhalt eines Entwicklungskorridors zur Biotopvernetzung von der Gliemke bis zum ökologisch bedeutsamen Bolldammbachtal.

ASB Ortskern Enger – westl. Sattelmeierstraße   (E 4)

(Benennung lt. Umweltbericht Anhang C.3 Entwurf Regionalplan: HF_Eng_ASB_004, ca. 20 ha)

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Enger wünscht die Rücknahme des Entwicklungsgebietes E4 im Regionalplan und Ausweisung als BSLE-Fläche.

Begründung: 

Das Gebiet südlich des Radweges Nordhofstraße wird von zahlreichen Erholungssuchenden täglich genutzt. Außerdem wird so eine siedlungstypische Ortsrandstruktur am Nordhof gesichert (Grundsatz F2) und die Frischluftzufuhr der Innenbereiche erhalten. Ein Suchkorridor auf der gesamten nördlichen Fläche erscheint nicht sinnvoll.

Es wird im Umweltbericht zusätzlich darauf hingewiesen, das auf 45% der Fläche klimarelevanter Boden mit höchster Funktionserfüllung liegt.

Diese Fläche sollte als Naherholungsgebiet und Frischluftschneise für das Zentrum von Enger entwickelt werden. Mit dem Ausbau des Radweges Nordhofstraße ist ein guter Anfang gemacht.  

ASB Westerenger – Im Esch   (E 5)

(Benennung lt. Umweltbericht Anhang C.3 Entwurf Regionalplan: HF_Eng_ASB_001 [inklusive weiterer westlich angrenzender Flächen], ca. 7,7 ha)                          

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Enger wünscht die Verkleinerung des Entwicklungsgebietes E5 im Regionalplan. Die Siedlungsfläche soll vom bereits bebauten Ortsrand lediglich bis zum Holunderweg reichen.

Begründung: 

Die Ausweitung der Siedlungsfläche am Südrand von Westerenger ist überdimensioniert. Wenn man den Friedhof bzw. den Holunderweg als Siedlungsgrenze einplant, bleiben die typischen Flächen des Eschs noch erkennbar und zusätzlich bleibt ein Entwicklungskorridor vom NSG Enger Bruch nach Westen erhalten. Das Plangebiet liegt im Umfeld (300m) von Naturschutzgebieten ( s. Regionalplan ASB_001). Es wird im Umweltbericht zusätzlich darauf hingewiesen, dass auf 51% der Fläche klimarelevanter Boden mit höchster Funktionserfüllung liegt.

ASB Ortskern Enger – Wertherstraße  (E 6)

(Benennung lt. Umweltbericht Anhang C.3 Entwurf Regionalplan: HF_Eng_ASB_009, ca. 3,5 ha)

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Enger  wünscht die Streichung des Entwicklungsgebietes E6 im Regionalplan.

Begründung: 

Südlich der Wertherstraße haben die Acker- und Wiesenflächen eine wichtige Vernetzungsfunktion zwischen den NSGen Enger Bruch und Asbeke-Kinsbachtal. Am südwestlichen Ortsrand soll weiterhin ein natürlicher Übergang zur freien Landschaft erhalten bleiben. Daher wünscht die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Enger die Rücknahme der ASB-Ausweisung zugunsten von BSLE- und BSN-Flächen. Der Prüfbogen im Umweltbericht sieht hier ebenfalls eine erhebliche Umweltbeeinträchtigung.

Das Plangebiet liegt im Umfeld (300m) von Naturschutzgebieten,  Regionalplans(ASB_009). Es wird in diesem Umweltbericht zusätzlich darauf hingewiesen, dass auf 99% der Fläche klimarelevanter Boden mit höchster Funktionserfüllung liegt.

 ASB Ortskern Enger – Elsternbuschweg  (E 7)

(Benennung lt. Umweltbericht Anhang C.3 Entwurf Regionalplan: HF_Eng_ASB_006 [inklusive weiterer östlich liegender Flächen entlang des Westfalenrings], ca. 5 ha)

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Enger wünscht die Streichung des Entwicklungsgebietes E7 im Regionalplan.

Begründung: 

Durch die angestrebte Erweiterung einer Bebauung in unmittelbarer Nähe zur Liesbergmühle verliert das Engeraner Wahrzeichen an Strahlkraft und Bedeutung. Zudem ist der aufgezeigte Suchkorridor zu einemerheblichen Teilbereits im Flächennutzungsplan als Reservefläche ausgewiesen. Die hier generierten Flächen sind nicht erheblich und deshalb zu vernachlässigen. 

Pödinghausen – Jöllenbeckerstraße, nördl. Große Breede   (E 8)

(keine Bennung lt. Umweltbericht Anhang C.3 Entwurf Regionalplan: ca. 3,6 ha)

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Enger wünscht keine Erweiterung des ASB im Regionalplan nördlich der Großen Breede.

Begründung: 

Der Ortsrand von Pödinghausen stellt hier den Biotopverbund zwischen zwei Waldflächen dar.  Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Enger schlägt die Darstellung als BSLE vor mit dem Ziel, mittelfristig eine Aufforstung in unserer waldarmen Stadt anzustreben.

ASB Pödinghausen – Sundernstraße   (E 9)

(keine Bennung lt. Umweltbericht Anhang C.3 Entwurf Regionalplan: ca. 4,3 ha)

Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen Enger wünscht, die Erweiterung des ASB  im Regionalplan südlich der Sundernstraße nach Westen zu begrenzen. 

Begründung: 

So kann ein Biotopverbund zwischen einer möglichen Erweiterung des Gewerbegebietes und des jetzigen Siedlungsrandes in Pödinghausen gewährleistet werden.

Ortskern Enger-Gewerbereserve östl. Bünder Straße 

(Benennung laut Umweltbericht Anhang C3 Entwurf Regionalplan: HF_Eng_GIB_005)

Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen Enger begrüßt grundsätzlich, dass die Fläche westlich der Ostumgehung (Westfalenring) und östlich An der  Wede weiterhin als GIB dargestellt bleibt.

Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen wünscht jedoch eine bandförmige Rücknahme der östlichen Grenze parallel zur L557 um ca 3 ha.

Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen Enger wünscht eine Ausweisung der Fläche östlich dieser Linie bis zur L557 als BSN.

Begründung:  

Eine Biotopvernetzung zwischen Gliemke und Bolldammbachtal kann so möglich gemacht werden. 

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.